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Körösistraße 92

Österreich » Steiermark » Graz » 8010

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47° 5' 6", 15° 25' 47"


Ehem. Rottal-Mühle

Pittoreske mehrgeschossige Anlage mit zwei Schopfwalmgiebeln nach Süden und Westen. Ab 1800 diverse Umbauten. Leider beschädigtes Fassadenfresko Hl. Dreifaltigkeit, hl. Florian, 1. Hälfte 19. Jh. Besitzgeschichte: Schon 1606 wird eine „Eybeswalderischen Mühl“ genannt. 1669 ging sie an Maria Isabella von Eibiswald über, die mit Hanns Christof Freiherrn von Rottal vermählt war. 1668 wurde sie an die Landschaft veräußert, wenig später übernahmen die mit den Rottalern verschwägerten Freiherren von Prank und die mit ihnen versippten Steinbeiß den Mühlenbetrieb. Im 18. Jahrhundert hieß sie gewöhnlich die obere Prankermühle oder zweite Steinbeißmühle zum Unterschied von der "Haubtmühle", die man untere Prankerische Mühle oder zweite Steinbeißmühle nannte. Der letzte Besitzer beider Mühlen war Graf Ferdinand Josef von Prank, der tief verschuldet war und die Mühlen verfallen ließ. Aus seiner Konkursmasse erwarb 1765 das Altere Bäckermühl-Consortium beide Mühlen, die es noch heute besitzt. Die Rottalmühle wurde 1905 außer Betrieb gesetzt. Seit der Auflassung des Mühlgangs in den 1970er Jahren erinnert sie als einziges Objekt an die frühere Bedeutung der Wasserkraft für die Anfänge der Industrialisierung. (Aus: Popelka II; Pirchegger, Häuserbuch Ost; Steiner, Mühlgänge; DEHIO Graz)

Kommentare

Dieses - mit der Kienreich'schen Papiermühle in der Körösistraße 38 und der ehem. Nagelschmiede in der Körösistraße 59 - letzte Beispiel der Industrie, die die Wasserkraft des linksseitigen Mühlgangs nützte, ist nicht denkmalgeschützt und liegt auch nicht in einer Altstadt-Schuttzzone. Wenn sein Äußeres auch durch moderne Anbauten gestört ist, die derzeitige Färbelung unpassend erscheint, und die ehemaligen Fassadenfresken nicht mehr sichtbar sind, sollte das Gebäude unbedingt erhalten werden und hätte Denkmalschutz verdient. Da nun Umbauabsichten bekannt geworden sind, wurde das Denkmalamt gebeten, eine Unterschutzstellung zu prüfen. Laukhardt (Diskussion) 15:01, 4. Nov. 2014 (CET)

Einzelnachweise