Jahngasse 9

Österreich » Steiermark » Graz » 8010

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47° 4' 44.18" N, 15° 26' 20.58" E


Eckhaus

Das alte Gebäude an der Ecke Jahngasse 9 zur Wickenburggasse 1 steht an der nordöstlichen Seite des Schloßberges auf einem Areal, wo Friedrich III. im Jahre 1450 den oberen landesfürstlichen Tiergarten für die Jagd von Damwild anlegen ließ. Das nach 1635 als ständisches Heu- und Holzmagazin genutzte Gelände am Schloßbergabhang wurde 1819 parzelliert und es entstand bald darauf um 1830 der markante, dreigeschossige Biedermeier-Eckbau samt dem korbbogigen Steinportal mit den hölzernen Türflügeln, wie ihn der österreichische Landschafts- und Vedutenmaler Conrad Kreu(t)zer 1841 auf seinem Gemälde „Der Graben“ darstellte. Um 1854 war darin der bekannte Schriftsteller Leopold Ritter von Sacher-Masoch wohnhaft, dessen zweideutiges Monogramm „SM“ an der Außenfassade in einer Wandkartusche zu sehen ist. Auch der Heimatdichter Peter Rosegger war während dieser Zeit kurz Bewohner des Hauses. Ebenso nahm der schweizerisch-österreichische Historiker Friedrich von Hurter mit seiner Frau in diesem Haus während seines Sommeraufenthaltes im Jahre 1865 Quartier. In unmittelbar südlicher Nachbarschaft wurde 1863 die landschaftliche Turnhalle (Landesturnhalle) in der Jahngasse 3 errichtet, deren Namensgebung mit dem 1902 errichteten Jahn-Denkmal, einem steinernen Obelisk, an den legendären Turnvater Friedrich Ludwig Jahn erinnert. 1887 erhielt das mächtige Wohn- und Geschäftshaus eine nach dem Entwurf von Architekt Eckharth späthistoristisch-neobarocke Fassade. Am 3. April 1938 trat das Gebäude ins Gesichtsfeld der Presse, als im Zuge der propagandistischen „Ostmarkfahrt“ die vom Bahnhof kommende Wagenkolonne mit Adolf Hitler um die Ecke Wickenburggasse / Jahngasse bog. Mit unmittelbarem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der geschichtsträchtige Bau von 1945 bis 1970 zur Heimstätte für den Bildungswissenschaftler und Kunsthistoriker Dr. Karlpeter Elis. In der Folge wurde die gesamte erste Etage von der „Domenig & Wallner ZT GmbH“ des Stararchitekten Günther Domenig adaptiert.


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