Mariatroster Straße 136: Unterschied zwischen den Versionen

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|Textabschnittstitel=Ehem. Drahtstiftenfabrik Grazer-Künne
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|Textabschnitt=Das sich heute als villenartiges Anwesen präsentierende Komplex war einst die Drahtstiftenfabrik des Nagelschmiedmeisters Michael Grazer (auch Gratzer), die Ende des Jahres 1857 in Betrieb gegangen war; sie folgte damit der ein Jahr zuvor begründeten Drahtstiftenfabrik des Herrn Andrieu in der heutigen [[Fabriksgasse 17 (Graz)]]; die Drahtstiftenmaschine des Herrn Leopold Gottsbacher ([[Rosenberggürtel 48]]) war damals ausser Betrieb. Den dazu notwendigen Grund beiderseits des Mariatrosterbaches hatte Gratzer 1855 von Sebastian Windisch, vulgo Knödl, erkauft, siehe [[Mariatroster Straße 132]]. Die gewölbte Nagelschmied-Werkstätte wurde unter einem ebenerdigen Wohngebäude errichtet, ein Wasserkanal führte dem oberschlächtigen Wasserrade die Antriebsenergie zu. Das Wasser wurde rund 150 m bachaufwärts durch eine Schwellwehr gestaut und durch eine Rinne bis zur Radstube der Nagelschmiede geführt.
|Textabschnitt=Das sich heute als villenartiges Anwesen präsentierende Komplex war einst die Drahtstiftenfabrik des Nagelschmiedmeisters Michael Grazer (auch Gratzer), die Ende des Jahres 1857 in Betrieb gegangen war; sie folgte damit der ein Jahr zuvor begründeten Drahtstiftenfabrik des Herrn Andrieu in der heutigen [[Fabriksgasse 17 (Graz)]]; die Drahtstiftenmaschine des Herrn Leopold Gottsbacher ([[Rosenberggürtel 48]]) war damals ausser Betrieb. Den dazu notwendigen Grund beiderseits des Mariatrosterbaches hatte Gratzer 1855 von Sebastian Windisch, vulgo Knödl, erkauft, siehe [[Mariatroster Straße 132]]. Die gewölbte Nagelschmied-Werkstätte wurde unter einem ebenerdigen Wohngebäude errichtet, ein Wasserkanal führte dem oberschlächtigen Wasserrade die Antriebsenergie zu. Das Wasser wurde rund 150 m bachaufwärts durch eine Schwellwehr gestaut und durch eine Rinne bis zur Radstube der Nagelschmiede geführt.
Schon 1861 war der „Drahtstiften-Erzeuger“ Michael Gratzer gezwungen, seine Betriebsstätte mittels Pferdekraft in Gang zu halten, da der „Kroisbach“ kein Wasser mehr führte. 1869 musste er einen Dampfkessel aufzustellen und einen Rauchfang bauen. Gegen diese "Fabriksesse" ging 1899 die Besitzerin der "Villa Brauner" und die dortigen Wohnparteien mit einer Anzeige vor.  
Schon 1861 war der „Drahtstiften-Erzeuger“ Michael Gratzer gezwungen, seine Betriebsstätte mittels Pferdekraft in Gang zu halten, da der „Kroisbach“ kein Wasser mehr führte. 1869 musste er einen Dampfkessel aufzustellen und einen Rauchfang bauen.  
Als Michael Gratzer, der Begründer der Drahtstiftenfabrik, am 27. Juni 1875 im Alter von 67 Jahren an Auszehrung gestorben war, betrug der Wert der Fabrik laut Inventar 5.000 fl CM. .
Als Michael Gratzer, der Begründer der Drahtstiftenfabrik, am 27. Juni 1875 im Alter von 67 Jahren an Auszehrung gestorben war, betrug der Wert der Fabrik laut Inventar 5.000 fl CM. 1876 ging der Besitz an Gratzers Tochter Josefa Künne über, den Gewerbeschein erhielt ihr Mann, der 1827 in Wernigerode geborene Friedrich Künne.
1896 wurde die ganze Anlage durch den Hochwasser führende Mariatrosterbach schwer beschädigt. 1898 folgte Friedrich Karl Künne seinem Vater als Inhaber der Fabrik nach. Gegen die "Fabriksesse" gingen 1899 vergeblich die Besitzerin der "Villa Brauner" und die dortigen Wohnparteien mit einer Anzeige vor.
Am späten Abend des 17. Juli 1901 entstand, womöglich durch Brandstiftung, ein gefährliches Feuer, das den Dachstuhl einäscherte. Der Wagenführer einer gerade vorbeifahrenden elektrischen Bahn konnte rasch die Feuerwehren alarmieren. Die Grazer Zeitungen berichteten ausführlich, und auch eine Illustration wurde beigesteuert; man liest auf dem Gebäude "''Drahtstiften Erzeugung Mich. Grazer’s Nachf. Friedr. Künne''"
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[[Kategorie:Schutz-Kataster Mariatrost]][[Kategorie:Industrie]]
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Version vom 18. Juli 2021, 22:46 Uhr

Österreich » Steiermark » Graz » 8042



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47° 5' 53.99" N, 15° 28' 12.40" E


Ehem. Drahtstiftenfabrik Grazer-Künne

Das sich heute als villenartiges Anwesen präsentierende Komplex war einst die Drahtstiftenfabrik des Nagelschmiedmeisters Michael Grazer (auch Gratzer), die Ende des Jahres 1857 in Betrieb gegangen war; sie folgte damit der ein Jahr zuvor begründeten Drahtstiftenfabrik des Herrn Andrieu in der heutigen Fabriksgasse 17 (Graz); die Drahtstiftenmaschine des Herrn Leopold Gottsbacher (Rosenberggürtel 48) war damals ausser Betrieb. Den dazu notwendigen Grund beiderseits des Mariatrosterbaches hatte Gratzer 1855 von Sebastian Windisch, vulgo Knödl, erkauft, siehe Mariatroster Straße 132. Die gewölbte Nagelschmied-Werkstätte wurde unter einem ebenerdigen Wohngebäude errichtet, ein Wasserkanal führte dem oberschlächtigen Wasserrade die Antriebsenergie zu. Das Wasser wurde rund 150 m bachaufwärts durch eine Schwellwehr gestaut und durch eine Rinne bis zur Radstube der Nagelschmiede geführt.

Schon 1861 war der „Drahtstiften-Erzeuger“ Michael Gratzer gezwungen, seine Betriebsstätte mittels Pferdekraft in Gang zu halten, da der „Kroisbach“ kein Wasser mehr führte. 1869 musste er einen Dampfkessel aufzustellen und einen Rauchfang bauen. Als Michael Gratzer, der Begründer der Drahtstiftenfabrik, am 27. Juni 1875 im Alter von 67 Jahren an Auszehrung gestorben war, betrug der Wert der Fabrik laut Inventar 5.000 fl CM. 1876 ging der Besitz an Gratzers Tochter Josefa Künne über, den Gewerbeschein erhielt ihr Mann, der 1827 in Wernigerode geborene Friedrich Künne. 1896 wurde die ganze Anlage durch den Hochwasser führende Mariatrosterbach schwer beschädigt. 1898 folgte Friedrich Karl Künne seinem Vater als Inhaber der Fabrik nach. Gegen die "Fabriksesse" gingen 1899 vergeblich die Besitzerin der "Villa Brauner" und die dortigen Wohnparteien mit einer Anzeige vor.

Am späten Abend des 17. Juli 1901 entstand, womöglich durch Brandstiftung, ein gefährliches Feuer, das den Dachstuhl einäscherte. Der Wagenführer einer gerade vorbeifahrenden elektrischen Bahn konnte rasch die Feuerwehren alarmieren. Die Grazer Zeitungen berichteten ausführlich, und auch eine Illustration wurde beigesteuert; man liest auf dem Gebäude "Drahtstiften Erzeugung Mich. Grazer’s Nachf. Friedr. Künne"

Kommentare

Das Gebäude war schon bei der Verfassung dieses Artikels in schlechtem Zustand und verfiel weitert. Im Juli 2025 begann man mit dem Abriss, wie einer unserer aufmerksamsten Beobachter meldet. Laukhardt (Diskussion) 19:12, 21. Jul. 2025 (CEST)

Ein erster Lokalaugenschein am 28.7.1025 ergibt, dass die Hauptfassaden mit dem spitzen Giebel nicht abgerissen, sondern gestützt ist. Dahinter wird neu gebaut.

Am 24.11.2025 zeigt sich ein anderes Bild: es ist nur mehr das Erdgeschoß im alten Mauerwerk zu sehen. Laukhardt (Diskussion) 15:18, 24. Nov. 2025 (CET)

Einzelnachweise