Am Eisernen Tor (Graz)
Österreich » Steiermark » Graz » 8010
47° 4' 6.31" N, 15° 26' 30.26" E
Platz des Eisernen Tors ca. 1878/Straßenbahngeschichte
Am/Ab dem 8. Juni 1878 war in Graz erstmals eine Straßenbahn unterwegs. Von 1878 bis 1898 wurde die 'Bim' noch von Pferden gezogen. Um 1899 begann es dann mit der Elektrifizierung.
Gefundener Text zur Geschichte der Bim in Graz: Am 8. Juni 1878 ging die 2,2 Kilometer lange, zweigleisig ausgebaute Strecke zwischen dem Jakominiplatz und dem Bahnhof in Betrieb - angetrieben wurde diese erste Bim von Pferden. Die erste Verlängerung erfolgte prompt. Graz wuchs, die Leute wollten und mussten mobil sein. Innerhalb von zwei Jahren wurde das Streckennetz auf 6,1 Kilometer erweitert. Das Bim-Netz in Graz ist übrigens mittlerweile auf mehr als 73 Kilometer angewachsen (inklusive Remisen und Werkstätten). Damals waren fünf offene und 24 geschlossene Pferde-Wagen in Graz unterwegs. Die Wagenhalle und die Pferdeställe lagen bei den Annensälen (Annenstraße, Kreuzung Bahnhofgürtel). Der Wagen Nr. 5 existiert noch heute - und steht für Sonderfahrten zur Verfügung (Tramway-Museum Mariatrost). Die „Elektrische“
Die ersten elektrischen Straßenbahnen in Graz gingen 1899 in Betrieb. Sehr zur Freude vieler Bewohner, die von den Pferdeäpfeln auf der Straße genervt waren.
Bis zum Jahr 1902 waren 70 Triebwagen im Einsatz, die mit 40 adaptierten Pferdebahnwagen verlängert wurden. 1903 war zum Beispiel Andritz per Bim erschlossen. 1912 wurden weitere Straßenbahnen angekauft - nämlich 35 Stück. Zum Vergleich: Heute sind in Graz „nur“ 85 Straßenbahnen unterwegs. Deren Kapazität ist natürlich ungleich höher. Mehr als 100 Millionen Passagiere werden pro Jahr befördert. Scheiben statt Zahlen
Der heutige Grazer orientiert sich an den Linien-Nummern. Die Nummerierung gibt es seit 1911, davor waren die Bims mit farbigen Scheiben gekennzeichnet.
Viele Jahrzehnte hindurch wurden Güter mit der Straßenbahn transportiert. Ab 1916 waren es vor allem Kohle und Sand. Der Bim-Güterverkehr wurde erst 1960 völlig eingestellt. Während heute Bim-Linien ausgebaut werden, wurden einst viele eingestellt - 1957 etwa die damalige Linie 3.
Die legendäre Linie 2: Am 16. Jänner des Jahres 1971, also vor mehr als 50 Jahren, war sie endgültig Geschichte, die legendäre Straßenbahnlinie 2. Bekannt als „Ringlinie“ führte sie einst vom heutigen Hauptbahnhof, der damals noch Südbahnhof hieß, in einer Schleife rund um den Schloßberg – daher die Bezeichnung „Ringlinie“. Seine Jungfernfahrt erlebte der 2er am 28. Juni 1879 – als von Pferden gezogene Tramway, ein Jahr nach der Inbetriebnahme der ersten Pferdetramwaylinie in Graz (Südbahnhof – Jakominiplatz). Anfangs war die Strecke der Linie 2 noch sehr kurz, der erste Abschnitt führte gerade einmal von der Glacisstraße zum Geidorfplatz. 20 Jahre später, 1899, und pünktlich zum Start der Elektrifizierung des Grazer Straßenbahnnetzes, war dann der Ring um den Schloßberg geschlossen.
Der Plan, der zum Ende führt Das Ende des 2ers wurde mit dem „Generalverkehrsplan“ im Jahre 1960 eingeleitet. Hauptverkehrsrouten wurden da für den PKW- und Busverkehr reserviert und somit straßenbahnfrei gemacht, zwei Jahre später wurde daher der Abschnitt durch die Keplerstraße (Hauptbahnhof – Keplerbrücke) eingestellt, der 2er fuhr danach nur mehr bis zur Wormgasse, ehe er eben am 16. Jänner 1971 gänzlich eingestellt wurde. Auch Ende für Linie 6 über Griesplatz: Aber nicht nur der 2er wurde an diesem Tag eingestellt – auch ein Teil der Linie 6 wurde da zum letzten Mal befahren. Am 16.1.1971 war auch der letzte Betriebstag der Teilstrecke Jakominiplatz – Griesplatz – Herrgottwiesgasse (- Zentralfriedhof). Seither befährt die Linie 6 die Strecke Hauptbahnhof – St. Peter und ersetzt im Abschnitt Hauptbahnhof – Jakominiplatz die eingestellte Linie 2.
Die Einstellung der Linie 2 hatte aber auch etwas Gutes – der letzte Betriebstag war gleichzeitig der Geburtstag des Tramway Museums Graz.