Donaulände Passauer Kasten (Ybbs an der Donau)
Österreich » Niederösterreich » Ybbs an der Donau » 3370
48° 10' 39.43" N, 15° 5' 9.38" E
Passauer Kasten
Geschichte
Über römischen Mauerwerk (Kleinkastell) um 1220/30 errichteter zweigeschossiger Saalbau, welcher vermutlich zu der im Bereich der Pfarrkirche St. Laurentíus gelegenen Burganlage gehörte. Bereits vor 900 wird hier eine karolingische Reichsburg, die Eparesburg, erwähnt. Auch eine Nutzung als Guts- oder Lesehof wird in der Literatur nicht ausgeschlossen. Nach dem Verfall der Burg wurde das Gebäude 1445 vom Domkapitel Passau gekauft und als Zehentspeicher, auch "Kasten" genannt, verwendet. 1822 Kameralfond und 1825 in Privatbesitz.
Baubeschreibung
Hauptbau 10 x 24,8 m mit zweigeschossiger Schaufassade zur Donau. Erste Erweiterung nach SO, auch 13. Jhd; Nach Stadtbrand 1716 neuer Dachstuhl, heute noch erhalten.
Der Bau aus der 1. Hälfte des 13. Jhd. dürfte aus einem repräsentativen Saal im OG und Lagerräumen im EG bestehen. Nach 1445 wurde das Gebäude in 3 Geschosse unterteilt, um mehr Nutzfläche z.B. für Getreide zu bekommen. Der repräsentative Charakter ging im Inneren verloren.
Im Obergeschoß ein repräsentativer Saal, der durch eine ehem. Freitreppe bzw. eine erhaltene, mit Rundstab profilierte Rundbogentür zu betreten war. Seitlich liegen 2 gekuppelte Spitzbogenfenster mit zierlichen Mittelsäulchen mit Kelchknospenkapitellen. Durch spätere Umbauten sind weitere Fenster verloren gegangen. Im Erdgeschoss kleine, weitgehend rekonstruierte Rundbogenfenster. Das Rundbogenportal ist bei Vischer 1672 noch nicht dargestellt. Die Grundmauern des Gebäudes befinden sich auf einem älteren römischen Vorgängerbau, dessen Reste im Untergeschoß und im Durchgang zur Kirche erkennbar sind.
Funktion
Funktionslos, Leerstand; Privatbesitz, nur von Außen zu besichtigen.
Links
http://noeburgen.imareal.sbg.ac.at/result/burgid/1383ref:at:bda=35331
Literatur: Bernhard Hebrte (Hrsg.), St. Johann im Mauterthale und Ybbs an der Donau - Zwei neuentdeckte römische Mliitärlager am norischen Limes und ihre Nachfolgerbauten, in: Fokus Denkmal 11, Wien 2019.