Schloss Hintenfeld (Graz)
Österreich » Steiermark » Graz » 8051
47° 3' 39.92" N, 15° 28' 42.76" E
Schloss Hintenfeld (abgekommen)
Die erste Ansicht dieses Ansitzes stammt schon aus dem Jahr 1605, als der Kartograph Clobucciarich die Schlösser um Graz skizziert; wir sehen ein turmbewehrtes Schloss, dessen italienisch verballhornte Bezeichnung "Lengheimberin" bedeuten soll. Die nächste Ansicht befindet sich auf einer lavierten Federzeichnung aus ca. 1645, vermutlich aus der Werkstatt von Matthäus Merian. In Vischers Schlösserbuch von 1681 erkennt man etwas genauer, dass das Schloss aus einem mächtigen dreistöckigen Nord- und Westflügel mit einem kleinen Anbau zu bestehen scheint. Damals dürfte es im Besitz von Georg Adam Graf Lengheimb gewesen sein. Auch Andreas Trost hat es auf seiner Ansicht "Graz von Westen" 1699 ebenfalls gezeigt, doch ist hier ein Geschoss weniger zu erkennen.
Gemeinsam mit der Sammlung von Udo Eustacchio wurde die bisher nicht sicher feststellbare Lage des abgekommenen Schlosses weiter bestätigt. Dabei verhalf die Indikations-Skitze zum Franziszeischen Kataster von 1829 weiter: dem Besitzer Johann Mayer (Vorbesitzer: Steinklauber Simon), vulgo Forstnersimerl, gehörten ein gemauertes Wohngebäude mit 117 Quadratklafter (Bauparzelle Nr. 88) und zwei kleine hölzerne Wirtschaftsgebäude (Nr. 89 und 90), die der Herrschaft Messendorf zinspflichtig waren. Aus Kumars "Malerischen Streifzügen" erfahren wir, dass dieser Simon Steinklauber „das alte Schloß“ im Jahre 1795 kaufte, u.zw. von der Herrschaft Mössendorf. Ab 1860 ist der Grazer Baumeister Carl Aichinger Besitzer der Realität, dessen Sohn verkauft 1883 an Angelo Eustacchio, dem Oberhaupt der aus Friaul eingewanderten Ziegler-Familie. Letztlich war das Foto aus dem Familienarchiv eine große Hilfe; es zeigt den Ziegelwerksbesitzer Eustacchio um 1923 am Breitenweg. Die Reste des Westflügels sind gut mit der Ansicht von 1706 vergleichbar, sie dürften bald danach der Erweiterung des Ziegelgeländes zum Opfer gefallen sein. Seit der Auflassung des Ziegelwerkes in den 1980er Jahren hat sich hier ein bewaldetes Erholungsgebiet ausgebreitet.
(Teils. nach Ugo Eustacchio, Chronik)