Alte Poststraße 148
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Ehemaliger Mischanhof
An der Ecke zur Eggenberger Alle steht dieses zweigeschossige, an der Hauptfassade fünfachsige Gebäude, im Kern vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammend. Die Front zu Alten Poststraße zeigt als Fassaden-Dekor zwischen den Fenstern an den Jugendstil erinnerne Verzierungen. Die Hausecken sind genutet, die Fenster durch einfache Rahmungen hervorgehoben. Im Inneren ist eine gewendelte Treppe mit schmiedeeisernen Geländer bemerkenswert. In der Richtung zur Straßenecke befindet sich ein Bidstock in Tabernakelform, lt. DEHIO aus dem 19. Jahrhundert, vor Jahren restauriert; die Ansicht von Trost zeigt hier um 1699 eine Art kleinen Pavillon, die Karte von Della Porta hat hier schon 1788 ein größeres Gebäude eingezeichnet. Recherchen zur Geschichte des Gebäudes haben ergeben, dass hier 1788 ein Filial-Kloster der Grazer Dominikaner errichtet worden war. Auf Karten von ca. 1825 ist entlang der Eggenberger Allee schon der "Mischanhof" situiert. Carl Mischan war 1800, aus Leibnitz kommend, als "Brückenkrämer" nach Graz eingebürgert worden. 1830 – 1832 war er stellv. Vorstand des Handelsstandes. Die Indikationsskitze des Franziszeischen Kataster weist 1838 hier einen Joseph Kollmayer als Besitzer aus. Um 1870 scheint eine Barbara Mischan als Besitzerin auf, wohl die Witwe. Nach 1871 wird das Areal von Peter Reininghaus und Mitbesitzer erworben. Die Wirtschaftsgebäude waren mit Stroh gedeckt. Im Jahre 1875 fand in Graz eine Festlichkeit statt, bei der ein Luftballon mit Heißluft losgelassen wurde. Dem Ballon gefiel es, just sich auf dieses Strohdach niederzulassen, zu zünden und dann selbst in den Flammen umzukommen. 1921 wird hier im Heimatbuch von Erich Engelhart die Faßbinderei Brüder Steger und die Geschichte des Gebäudes beschrieben.
(Nach: Franzisz. Kataster, Indikationsskitze Algersdorf; Engelhart, Eggenberg; Belaj, Handel)