Vinzenz-Muchitsch-Straße 10

Aus Baugeschichte

47° 3' 15.22" N, 15° 25' 34.54" E

Ehem. Geschirrfabrik und Kreuzkapelle

Hier und auf Feldgasse 2 und 4 befand sich die zweite Grazer Steingutfabrik. Sie wurde als Majolikafabrik 1750 von Johann Georg Globotschnigg gegründet, 1792 ging sie an Joseph Url, 1798 an Antonia Probst. Der Komplex Feldgasse 4 wurde 1803 - 1813 von Stephan Gottinger, dem Besitzer der Rösselmühle in der Oeverseegasse erbaut. 1802 erhielt er die Befugnis für eine Glasur- und Steinmühle und erzeugte "Englisches Geschirr". 1862 wird Georg Reinholz als Alleinbesitzer genannt, von dem sich im Joanneum fünf Fayencen und ein Tintenzeug befinden.

Von der ehemaligen Fabriksanlage sind die im Westen anschließenden niedrigen Nebengebäude und das barocke Wohnhaus erhalten. Das zweigeschossige Haupthaus mit 5:3 Achsen hat nach Süden einen Schopfwalmgiebel. (Nach: Bürgerbuch; Stöckl, Industrie 1953; ÖKT 1984)

Kommentar: Dieses baukünstlerisch bemerkenswerte und für die Gewerbegeschichte der Stadt Graz höchst bedeutsame Bauwerk liegt zwar in der Altstadt-Schutzzone II, steht aber nicht unter Denkmalschutz. Es wäre daher dem Bundesdenkmalamt anzuraten, das die Nordfront des Griesplatzes markant prägende Gebäude durch eine Unterschutzstellung der Nachwelt zu erhalten.

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