Vinzenz-Muchitsch-Straße 10

Aus Baugeschichte

47° 3' 15.22" N, 15° 25' 34.54" E

Ehem. Geschirrfabrik und Kreuzkapelle

Schon 1663 wird das Backhaus im Besitze von H. Paurs erwähnt. Während der Pestzeit 1680 wurde hier der "Bauernbäck" erwähnt. 1769 scheint Franz Xaver Seel als Besitzer auf, von dem auch die heute nicht mehr erkennbaren Initialen "F.X.S" im Schlußstein des Haustores hinwiesen. Auch die auf den Kämpfern des Portals eingravierte Jahreszahl "17" "88" wies auf einen weiteren Umbau hin. Der Grazer Baumeister GEORG HAUBERRISSER der Ältere hat 1832 gartenseitig einen Anbau geschaffen und das Gebäude innen umgebaut (Backstube, Stiegenhaus). 1938 wurde am Giebel des leicht vorspringenden Risaliten mit einem Fresko (säender Bauer, Brezel-Zunftzeichen, Jahreszahl 1788) versehen. Das Haus ist bis in die jüngste Zeit Bäckerei geblieben.

Aus mehreren Häusern zusammengebautes barockes Schopfwalmgiebelhaus mit Giebel und erkerartig vorspringendem Bäckerladen zur Griesgasse. Der einzige in Graz noch erhaltene originale Bäckerladenvorbau. Westlich anschließende, gemauerte Hofeinfahrt und zweigeschossiger Gartentrakt des 19. Jhs.

(Nach: Bürgerbuch; Stöckl, Industrie 1953; ÖKT 1984)

Kommentar: Dieses baukünstlerisch bemerkenswerte und für die Gewerbegeschichte der Stadt Graz höchst bedeutsame Bauwerk liegt zwar in der Altstadt-Schutzzone II, steht aber nicht unter Denkmalschutz. Es wäre daher dem Bundesdenkmalamt anzuraten, das die Nordfront des Griesplatzes markant prägende Gebäude durch eine Unterschutzstellung der Nachwelt zu erhalten.[[