Kaiser-Franz-Josef-Kai 10
Österreich » Steiermark » Graz » 8010
47° 4' 19.56" N, 15° 26' 8.16" E
Admonterhof
1555 wurde der Festungsbaumeister Domenico dell'Allio beauftragt, den Westtrakt neu zu gestalten. 1558 schuf der Steinmetz Antonio di Gandria (auch er vom Comersee gebürtig) das Tor "gegen den Sack" (Badgasse 5) mit dem heute noch erhaltenen Wappen des Abtes Valentin Abel. 1563 musste Stefan di Gandria die Ringmauer erneuern, im nächsten Jahr verlangte der Stadtrat die Beseitigung von fünf in dieser ausgebrochenen Fenstern.
Nach mehreren Um- und Zubauten erhielt der Hof zwischen 1636 und 1705 das heutige Erscheinungsbild. Eine wichtige Umbauphase gab es unter Abt Urban Weber, der sich um 1636 mit einer Doppelwappenkartusche (heute über der Westeinfahrt) selbst ein Denkmal setzte. An der kaiseitigen Ecke zum Schloßbergplatz zeigt sich eine freiliegende Spätrenaissance-Fassade mit polygonalem Eckerker (1636 von Peter Vasol). Aus dieser Zeit hat sich in der Nordwestecke des Hofes eine typische Arkadenstellung der Renaissance erhalten: über dem Bogen im Erdgeschoß (mit einer ganz und einer in Resten erhaltenen toskanischen Säule stehen zwei Bögen mit drei etwas kleineren Säulen. Darüber eine Balustrade.
Ober dem Eingang zum Torwärterzimmer des Südtraktes ein Stuckrelief mit dem Stiftswappen und dem Wappen von Abt Raimund von Rehling, allerdings in einer devastierten Umgebung.
Der kaiseitige Einfahrtsbereich wurde nach Bombenschaden 1948 wieder aufgebaut. Nach dem Einbau einer Tiefgarage unter dem Komplex wurde leider ein barocker Ausgang an der neunten Achse (von Norden) entfernt; das Denkmalamt hatte ihn für rezent gehalten.