Fabriksgasse 17 (Graz)
Aus Baugeschichte
Österreich » Steiermark » Graz » 8010
47° 3' 30.12" N, 15° 25' 39.58" E
Ehem. Weißgeschirrfabrik
Der kümmerliche Rest der ersten Grazer Weißgeschirrfabrik ist das ebenerdige Betriebsgebäude östliche des denkmalgeschützten "Falkenhofes", der als Herrenhaus gedient hatte. Am 19. Dezember 1719 hatte sich Franz Joseph Hueber erboten, eine Fabrique und Manufaktur von Majolika und Geschirr auf seine Kosten aufzurichten. 1721 erhielt er mit seinem Compagnon Wenzel Zimmerhäckl von Kaiser Karl VI. ein Privileg für zwölf Jahre, das er trotz der Schädigungsmaßnahmen der Grazer Hafner bis 1746 verlängern konnte. 1751 hat dann Anton Ignaz Heß den Betrieb der Krüglfabriks- oder Weißgeschirrfabriksgasse übernommen. 1779 wird als Besitzer Joseph Urli genannt, 1800 Karl Bianchi, aber auch Graf Dietrichstein. Aus einer exekutiven Versteigerung erstand 1807 Joseph Halbärth die Weißgeschirrfabrik in der Karlau; der Großhandelskaufmann besaß einen bedeutenden Spezereiwarenhandel und war Teilhaber einer großen Handelsgesellschaft in Triest. Halbärths Sohn Joseph Leopold unterzeichnete 1829 als Viertelmeister der "Gemeinde" Karlau die Karte zum Franziszeischen Kataster.
1852 kaufte Friedrich Bruno Andrieu die Fabrik, stellte sie aber schon 1856 auf die Erzeugung von Nägeln und Drahtstiften um.