Körblergasse 23: Unterschied zwischen den Versionen
Aus Baugeschichte
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|Textabschnitt=Schon 1701 wird hier ein Garten des Grafen Rudolf von Wagensperg genannt. Von 1816 bis zu seinem Konkurs 1824 ist Graf Ludwig von Galler, der Besitzer der Herrschaft Lannach, hier wohnhaft gewesen. Der Bäcker J. Wilhelm ersteigerte den Hof um 27.550 Gulden. Magdalena Nagel, verwitwete Wilhelm, die nachmalige Besitzerin der jungen Grundherrschaft „Freihof in der Körblergasse“, wollte ihr von der Körblergasse bis zur Grabenstraße reichendes Grundstück für Bauzwecke widmen und legte 1845 einen ausgearbeiteten Verbauungsplan mit 92 Baustellen vor. Die Wickenburggasse sollte durch eine Gerade und die Glacisstraße in die heutige Bergmanngasse mit ihren Nebengassen verlängert werden, der Geidorfplatz sollte vergrößert werden. Sie verkaufte die Bauparzellen und überließ die Bauführung den Käufern. Nach gutem Anfang stockte jedoch der Verkauf der Bauplätze ziemlich rasch und | |Textabschnitt=Schon 1701 wird hier ein Garten des Grafen Rudolf von Wagensperg genannt. Von 1816 bis zu seinem Konkurs 1824 ist Graf Ludwig von Galler, der Besitzer der Herrschaft Lannach, hier wohnhaft gewesen. Der Bäcker J. Wilhelm ersteigerte danach den Hof um 27.550 Gulden. Magdalena Nagel, verwitwete Wilhelm, die nachmalige Besitzerin der jungen Grundherrschaft „Freihof in der Körblergasse“, wollte ihr von der Körblergasse bis zur Grabenstraße reichendes Grundstück für Bauzwecke widmen und legte schon 1845 einen ausgearbeiteten Verbauungsplan mit 92 Baustellen vor. Die Wickenburggasse sollte durch eine Gerade und die Glacisstraße in die heutige Bergmanngasse mit ihren Nebengassen verlängert werden, der Geidorfplatz sollte vergrößert werden. Sie verkaufte die Bauparzellen und überließ die Bauführung den Käufern. Nach gutem Anfang stockte jedoch der Verkauf der Bauplätze ziemlich rasch und Frau Nagel verkaufte 1849 den Freihof samt den Baugründen an Maria geb. von Fridau, Gattin des 1792 geborenen Generalmajors Ludwig Freiherr von Tschock. Als dieser 1866 starb, teilte die Witwe, Baronin Zschock, die weitläufigen Gründe und begann hier mit dem Wohnbau. Allerdings werden erst in den 1870er und 1880er Jahren die ersten ausgebauten Staßenzüge entstehen. | ||
1900 erwarb Baumeister Ing. Alexander Zerkowitz die restlichen Baron Zschock'schen Gründe mit einer Villa und einem noch immer recht weitläufigen Park. Aus 1919 ist eine Verständigung überliefert: der Stadtrat Graz (Wohnungsamt) weist Räume in der Villa Zerkowitz, Graz, Körblergasse 23, für die Errichtung des Südmark-Studentenheimes (Not-Schülerheimes) zu; damit wird eine spätere Verwendung des Objektes vorweggenommen. Nach dem Tod von Alexander Zerkowitz übernimmt sein Sohn Bruno die Baufirma und plant mit dem Architekten Eugen Szekely 1927/28 auf den eigenen Gründen den Bau des Margaretenbades. | |||
|Bildname1=Körblergasse 23, Lehrlingsheim a.JPG | |Bildname1=Körblergasse 23, Lehrlingsheim a.JPG | ||
|Bildbeschreibung1=Städtisches Lehrlingsheim | |Bildbeschreibung1=Städtisches Lehrlingsheim | ||
Version vom 27. Mai 2020, 17:56 Uhr
Österreich » Steiermark » Graz » 8010
47° 4' 50.63" N, 15° 26' 40.92" E
Ehem. Zschock’sches Schlössl
Schon 1701 wird hier ein Garten des Grafen Rudolf von Wagensperg genannt. Von 1816 bis zu seinem Konkurs 1824 ist Graf Ludwig von Galler, der Besitzer der Herrschaft Lannach, hier wohnhaft gewesen. Der Bäcker J. Wilhelm ersteigerte danach den Hof um 27.550 Gulden. Magdalena Nagel, verwitwete Wilhelm, die nachmalige Besitzerin der jungen Grundherrschaft „Freihof in der Körblergasse“, wollte ihr von der Körblergasse bis zur Grabenstraße reichendes Grundstück für Bauzwecke widmen und legte schon 1845 einen ausgearbeiteten Verbauungsplan mit 92 Baustellen vor. Die Wickenburggasse sollte durch eine Gerade und die Glacisstraße in die heutige Bergmanngasse mit ihren Nebengassen verlängert werden, der Geidorfplatz sollte vergrößert werden. Sie verkaufte die Bauparzellen und überließ die Bauführung den Käufern. Nach gutem Anfang stockte jedoch der Verkauf der Bauplätze ziemlich rasch und Frau Nagel verkaufte 1849 den Freihof samt den Baugründen an Maria geb. von Fridau, Gattin des 1792 geborenen Generalmajors Ludwig Freiherr von Tschock. Als dieser 1866 starb, teilte die Witwe, Baronin Zschock, die weitläufigen Gründe und begann hier mit dem Wohnbau. Allerdings werden erst in den 1870er und 1880er Jahren die ersten ausgebauten Staßenzüge entstehen.
1900 erwarb Baumeister Ing. Alexander Zerkowitz die restlichen Baron Zschock'schen Gründe mit einer Villa und einem noch immer recht weitläufigen Park. Aus 1919 ist eine Verständigung überliefert: der Stadtrat Graz (Wohnungsamt) weist Räume in der Villa Zerkowitz, Graz, Körblergasse 23, für die Errichtung des Südmark-Studentenheimes (Not-Schülerheimes) zu; damit wird eine spätere Verwendung des Objektes vorweggenommen. Nach dem Tod von Alexander Zerkowitz übernimmt sein Sohn Bruno die Baufirma und plant mit dem Architekten Eugen Szekely 1927/28 auf den eigenen Gründen den Bau des Margaretenbades.