Theyergasse 24: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 1. Februar 2021, 20:46 Uhr
Österreich » Steiermark » Graz » 8041
47° 2' 40.38" N, 15° 26' 33.47" E
Puchsteg
(Nach Horst Bischof, Die Grazer Murübergänge und ihre Geschichte, Graz 2015).
Was hier nicht angesprochen wurde, ist die Tatsache, dass der Puch-Steg während des zweiten Weltkrieges eine wichtige Rolle spielte, als die Barackensiedlung zum "Lager Liebenau" geworden war. Auf der linken Seite des Murufers lag das 1940 errichtete Lager V mit seinen 190 Holzbaracken. Mit Platz für 5.000 Arbeiter war es während der NS-Zeit das größte Zwangsarbeiterlager in Graz.
Auch Luftbilder aus dem Jahr 1945 zeigen den Steg über die Mur nebem dem Lager V – trotzdem ist der Puchsteg heute mit „erbaut 1949“ beschildert, ohne einen entsprechenden Hinweis auf die Geschichte!
Der Arzt Dr. Possert wurde durch Erzählungen seiner Patienten auf das Lager V und die Geschehnisse des Jahres 1945 aufmerksam und recherchierte zu den Ermordungen ungarischer Juden – mit dem Ergebnis, dass im ehemaligen Lager wesentlich mehr Leichen vergraben sein könnten als bisher angenommen wurde.Univ.-Doz. Dr. Barbara Stelzl-Marx hat ihre Arbeit zu dem Thema in dem Buch „Das Lager Graz-Liebenau in der NS-Zeit“ zusammengefasst.
Der Steg stellt also eines der letzten Zeugenisse des NS-Terrors in Graz dar und verdient Denkmalschutz.