Körösistraße 92: Unterschied zwischen den Versionen

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|Straße=Körösistraße
Datei:Körösistraße_92, Rottalmühle_alt.JPG| Alte Ansicht
|Hausnummer=92
Datei:Körösistraße_92,_Rottalmühle.JPG|Ansicht 2011 (Foto Laukhardt 2010)
|Stadtbezirk=Geidorf
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|PLZ=8010
|Ort=Graz
|Denkmalschutz=Ja
|Bundesland=Steiermark
|Land=Österreich
|aktuellerStatus=Aktuell
|Language=de
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{{Karte
|Koordinaten=47.085, 15.42979
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{{TextBilder
|Textabschnittstitel=Ehem. Rottal-Mühle
|Textabschnitt=Pittoreske mehrgeschossige Anlage mit zwei Schopfwalmgiebeln nach Süden und Westen. Ab 1800 diverse Umbauten. Leider beschädigtes Fassadenfresko Hl. Dreifaltigkeit, hl. Florian, 1. Hälfte 19. Jh. Besitzgeschichte: Schon 1606 wird eine „Eybeswalderischen Mühl“ genannt. 1669 ging sie an Maria Isabella von Eibiswald über, die mit Hanns Christof Freiherrn von Rottal vermählt war. 1668 wurde sie an die Landschaft veräußert, wenig später übernahmen die mit den Rottalern verschwägerten Freiherren von Prank und die mit ihnen versippten Steinbeiß den Mühlenbetrieb.  Im 18. Jahrhundert hieß sie gewöhnlich die obere Prankermühle oder zweite Steinbeißmühle zum Unterschied von der "Haubtmühle", die man untere Prankerische Mühle oder zweite Steinbeißmühle nannte. Der letzte Besitzer beider Mühlen war Graf Ferdinand Josef von Prank, der tief verschuldet war und die Mühlen verfallen ließ. Aus seiner Konkursmasse erwarb 1765 das Altere Bäckermühl-Consortium beide Mühlen, die es noch heute besitzt. Die Rottalmühle wurde 1905 außer Betrieb gesetzt. Seit der Auflassung des Mühlgangs in den 1970er Jahren erinnert sie als einziges Objekt an die frühere Bedeutung der Wasserkraft für die Anfänge der Industrialisierung.


=="Ehem. Rottal-Mühle"==
(Aus: Popelka II; Pirchegger, Häuserbuch Ost; Steiner, Mühlgänge; DEHIO Graz)
 
|Bildname1=Körösistraße_92,_Rottalmühle_von_Süden,_1930.JPG
Pittoreske Anlage mit Schopfwalmgiebeln, schon 1678 genannt. AB 1800 diverse Umbauten. Leider beschädigtes Fassadenfresko Hl. Dreifaltigkeit, hl. Florian, 1. Hälfte 19. Jh. Geschichte: 1678 Hauptmühle, 1737 obere Rottalmühle, 1701 Obere Prankermühle, 1738 Kord. Pfeilhofer (oder Pfeif-), Witwer der gewesemem ''Steinpeißhauptmüllerin''), 1785 Bäckermühle, 1803 Rattalmühle, 1813 Bäckerhandwerk, 1927 Jüngeres Bäckermühlkonsortium.
|Bildbeschreibung1=Die Rottalmühle von Süden 1930 (Foto Steiner)
 
|Bildname2=Körösistraße_92,_Rottalmühle_alt.jpg
Ein Musterbeispiel bildet die Geschichte der Familie Haubt. Um 1630 kam Sebastian Haubt, gebürtig aus Freyenwald in der Mark Brandenburg, als Buchbindergeselle nach Graz. Er heiratete eine Buchbinderswitwe und erwarb damit das Geschäft eines Hofbuchführers. Die zwölfjährige Ehe blieb kinderlos, doch hatte er in einer zweiten Ehe reichen Kindersegen. Er kaufte eine Papiermühle und wusste den Betrieb so auszugestalten, dass er fast das ganze Land mit seinen Erzeugnissen versorgte. Sein gleichnamiger Sohn erreichte zwar in der Gesellschaft die höchsten Stufen, er war Bürgermeister und Stadtrichter, scheint aber geschäftsuntüchtig gewesen zu sein; er verlor die Papierfabrik und konnte selbst das Papiergeschäft bis zu seinem 1713 erfolgten Tod nur mühsam halten. Seine Nachkommen sind um die Mitte des 18. Jahrhunderts in ärmlichen Verhältnissen gestorben
|Bildbeschreibung2=Nordansicht mit Fresko (Sammlung Laukhardt)
|Bildname3=Körösistraße_92,_Rottalmühle_-_Kopie.JPG
(Aus: Popelka I, Pirchegger, Häuserbuch Ost; DEHIO Graz)
|Bildbeschreibung3=Das ehemalige Mühlengebäude (Laukhardt 2011)
 
}}
''Kommentar: Dieses - mit der Kienreich'schen Papiermühle in der Körösistraße 38 und der ehem. Nagelschmiede in der Körösistraße 59 - letzte Beispiel der Industrie, die den Mühlgang nützte, ist nicht denkmalgeschützt und liegt auch nicht in einer Altstadt-Schuttzzone. Wenn sein Äußeres auch durch moderne Anbauten gestört ist, die derzeitige Färbelung unpassend erscheint, und die ehemaligen Fassadenfresken nicht mehr sichtbar sind, sollte das Gebäude unbedingt erhalten werden und hätte Denkmalschutz verdient.''
[[Kategorie:Schutz-Kataster Geidorf]][[Kategorie:Körösistraße]][[Kategorie:Aktuell (Graz)]][[Kategorie:Denkmalschutz ab 2011]]{{References}}
 
{{Discussion}}
[[Kategorie:Schutz-Kataster Geidorf]][[Kategorie:Körösistraße]][[Kategorie:Adresse]]

Aktuelle Version vom 6. März 2024, 23:07 Uhr

Österreich » Steiermark » Graz » 8010



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47° 5' 6.00" N, 15° 25' 47.24" E


Ehem. Rottal-Mühle

Pittoreske mehrgeschossige Anlage mit zwei Schopfwalmgiebeln nach Süden und Westen. Ab 1800 diverse Umbauten. Leider beschädigtes Fassadenfresko Hl. Dreifaltigkeit, hl. Florian, 1. Hälfte 19. Jh. Besitzgeschichte: Schon 1606 wird eine „Eybeswalderischen Mühl“ genannt. 1669 ging sie an Maria Isabella von Eibiswald über, die mit Hanns Christof Freiherrn von Rottal vermählt war. 1668 wurde sie an die Landschaft veräußert, wenig später übernahmen die mit den Rottalern verschwägerten Freiherren von Prank und die mit ihnen versippten Steinbeiß den Mühlenbetrieb. Im 18. Jahrhundert hieß sie gewöhnlich die obere Prankermühle oder zweite Steinbeißmühle zum Unterschied von der "Haubtmühle", die man untere Prankerische Mühle oder zweite Steinbeißmühle nannte. Der letzte Besitzer beider Mühlen war Graf Ferdinand Josef von Prank, der tief verschuldet war und die Mühlen verfallen ließ. Aus seiner Konkursmasse erwarb 1765 das Altere Bäckermühl-Consortium beide Mühlen, die es noch heute besitzt. Die Rottalmühle wurde 1905 außer Betrieb gesetzt. Seit der Auflassung des Mühlgangs in den 1970er Jahren erinnert sie als einziges Objekt an die frühere Bedeutung der Wasserkraft für die Anfänge der Industrialisierung. (Aus: Popelka II; Pirchegger, Häuserbuch Ost; Steiner, Mühlgänge; DEHIO Graz)

Kommentare

Dieses - mit der Kienreich'schen Papiermühle in der Körösistraße 38 und der ehem. Nagelschmiede in der Körösistraße 59 - letzte Beispiel der Industrie, die die Wasserkraft des linksseitigen Mühlgangs nützte, ist nicht denkmalgeschützt und liegt auch nicht in einer Altstadt-Schuttzzone. Wenn sein Äußeres auch durch moderne Anbauten gestört ist, die derzeitige Färbelung unpassend erscheint, und die ehemaligen Fassadenfresken nicht mehr sichtbar sind, sollte das Gebäude unbedingt erhalten werden und hätte Denkmalschutz verdient. Da nun Umbauabsichten bekannt geworden sind, wurde das Denkmalamt gebeten, eine Unterschutzstellung zu prüfen.

Laukhardt (Diskussion) 15:01, 4. Nov. 2014 (CET)

Erfreulicherweise hat das BDA das alte Mühlengebäude 2016 unter Denkmalschutz gestellt.

Einzelnachweise

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