Waltendorfer Hauptstraße 19: Unterschied zwischen den Versionen
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|Textabschnitt=Dieses dörfliche Gebäude, das derzeit den landwirtschaftlichen Betrieb Pölzl beherbergt, soll einen bedeutenden geschichtlichen Hintergrund haben. In der jetzt leeren Nische hat sich noch | |Textabschnitt=Dieses dörfliche Gebäude, das derzeit den landwirtschaftlichen bzw. Garten-Betrieb Pölzl mit dem "Bauernmarkt" beherbergt, soll einen bedeutenden geschichtlichen Hintergrund haben. In der jetzt leeren Nische hat sich lt. DEHO Graz noch 1979 die Figur des Pestheiligen Rochus befunden. Daraus wird geschlossen, dass sich hier in der Jahren der fürchterlichen Seuche 1680 das Waltendorfer Pestspital befunden hat. | ||
Chronisten berichten, dass damals das Pestlazarett in der gleichnamigen Gasse die vielen Kranken nicht mehr aufnehmen konnte, | Chronisten berichten, dass damals das Pestlazarett in der gleichnamigen Gasse die vielen Kranken nicht mehr aufnehmen konnte und zusätzliche "Pesthütten" aufgestellt werden mussten. Weil auch in der Münzgrabenvorstadt die Pest arg wütete, wurde in Waltendorf ein provisorisches "Lazarett" unter freiem Himmel bzw. in Zelten eingerichtet. Es ist ja auch nicht ganz unlogisch, dass man gerade in der "alten Ungerstraße" die aus der Türkei über Ungarn kommende Krankheit abzufangen trachtete. | ||
Natürlich ist in diesem Bereich auch eine Pestgrube anzunehmen, in der die Opfer der Seuche notdürftig bestattet wurden. | Natürlich ist in diesem Bereich auch eine Pestgrube anzunehmen, in der die Opfer der Seuche notdürftig bestattet wurden. Die Grazer Pfarren haben in ihren Sterbematriken die Pesttoten kaum verzeichnet, da die Kranken schnell aus den Wohnungen und der Stadt gebracht wurden, deren Tore verschlossen waren. Angeblich starben in Graz damals dreieinhalbtausend Menschen – ein Fünftel der Bevölkerung. | ||
(Nach: Peinlich, Pest; Mödlinger, Zur Chronik des alten Graz, 1927) | (Nach: Peinlich, Pest; Mödlinger, Zur Chronik des alten Graz, 1927, DEHIO Graz 1979) | ||
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|Bildbeschreibung1=Straßenansicht, Nische ohne Rochus | |Bildbeschreibung1=Straßenansicht, Nische ohne Rochus | ||
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|Aufnahmejahr2=2016 | |Aufnahmejahr2=2016 | ||
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[[Kategorie: Schutz-Kataster Waltendorf]][[Kategorie: Geschichte]] | [[Kategorie: Schutz-Kataster Waltendorf]][[Kategorie: Geschichte]][[Kategorie:schutzlos]] | ||
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Aktuelle Version vom 5. März 2024, 23:04 Uhr
Österreich » Steiermark » Graz » 8010
Route: Waltendorf
47° 4' 0.77" N, 15° 28' 2.46" E
Ehem. Pestspital
Chronisten berichten, dass damals das Pestlazarett in der gleichnamigen Gasse die vielen Kranken nicht mehr aufnehmen konnte und zusätzliche "Pesthütten" aufgestellt werden mussten. Weil auch in der Münzgrabenvorstadt die Pest arg wütete, wurde in Waltendorf ein provisorisches "Lazarett" unter freiem Himmel bzw. in Zelten eingerichtet. Es ist ja auch nicht ganz unlogisch, dass man gerade in der "alten Ungerstraße" die aus der Türkei über Ungarn kommende Krankheit abzufangen trachtete. Natürlich ist in diesem Bereich auch eine Pestgrube anzunehmen, in der die Opfer der Seuche notdürftig bestattet wurden. Die Grazer Pfarren haben in ihren Sterbematriken die Pesttoten kaum verzeichnet, da die Kranken schnell aus den Wohnungen und der Stadt gebracht wurden, deren Tore verschlossen waren. Angeblich starben in Graz damals dreieinhalbtausend Menschen – ein Fünftel der Bevölkerung.
(Nach: Peinlich, Pest; Mödlinger, Zur Chronik des alten Graz, 1927, DEHIO Graz 1979)