Vinzenz-Muchitsch-Straße 10: Unterschied zwischen den Versionen

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|Straße=Vinzenz-Muchitsch-Straße
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|Hausnummer=10
Datei:Vinzenz-Muchitsch-Straße_10,_1984.JPG| Wohngebäude und Kreuzkapelle 1984(Foto Laukhardt 2011)
|Stadtbezirk=Gries
Datei: Vinzenz-Muchitsch-Straße_10_(2).JPG|Wohngebäude und Kreuzkapelle 2011(Foto Laukhardt 2011)
|PLZ=8020
Datei: Vinzenz-Muchitsch-Straße_10,_Geschirrfabrik.JPG| ehem. Geschirrfabrik (Foto Laukhardt 2011)
|Ort=Graz
Datei: Vinzenz-Muchitsch-Straße_10,_Kreuzkapelle.JPG| Die Kreuzkapelle (Foto Laukhardt 2011)
|Zone=Schutz-Kataster Gries
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|Denkmalschutz=Nein
|Bundesland=Steiermark
==Ehem. Majolikafabrik und Kreuzkapelle==
|Land=Österreich
 
|aktuellerStatus=Aktuell
Hier, ehemals Triesterstraße 54, und auf Feldgasse 2 und 4 befand sich die zweite Grazer Steingutfabrik. Sie wurde als Majolikafabrik 1750 von Johann Georg Globotschnigg gegründet, 1792 ging sie an Joseph Url, 1798 an Antonia Probst. Der Bau in der Feldgasse 4 wurde 1803 - 1813 von Stephan Gottinger erbaut, er war 1809 einer der Retter der Schloßberg-Türme und Besitzer der Rösselmühle in der Oeverseegasse. 1802 erhielt er die Befugnis für eine Glasur- und Steinmühle und erzeugte "Englisches Geschirr". 1826 – 1865 ist es die Steingutgeschirrfabrik des Jakob Reinholz und Vinzenz Dietrich. 1862 wird Georg Reinholz als Alleinbesitzer genannt (im Joanneum befinden sich aus seiner Werkstatt fünf Fayencen und ein Tintenzeug, siehe Abb. 675 in ÖKT 1984).
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{{Karte
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{{TextBilder
|geschichtlichBesondersInteressant=Industrie
|Bauwerk=Gebäude
|Textabschnittstitel=Ehem. Majolikafabrik und Kreuzkapelle
|Textabschnitt=Hier, ehemals Triesterstraße 54, und auf Feldgasse 2 und 4 befand sich die zweite Grazer Steingutfabrik. Sie wurde als Majolikafabrik 1750 von Johann Georg Globotschnigg gegründet, 1792 ging sie an Joseph Url, 1798 an Antonia Probst. Der Bau in der Feldgasse 4 wurde 1803 - 1813 von Stephan Gottinger erbaut, er war 1809 einer der Retter der Schloßberg-Türme und Besitzer der Rösselmühle in der [[Oeverseegasse 1]] sowie der Gottinger-Mühle in der [[Puchstraße 17]]. 1802 erhielt er die Befugnis für eine Glasur- und Steinmühle und erzeugte "Englisches Geschirr". 1826 – 1865 ist es die Steingutgeschirrfabrik des Jakob Reinholz und Vinzenz Dietrich. 1862 wird Georg Reinholz als Alleinbesitzer genannt (im Joanneum befinden sich aus seiner Werkstatt fünf Fayencen und ein Tintenzeug, siehe Abb. 675 in ÖKT 1984).


Von der ehemaligen Fabriksanlage sind die im Westen anschließenden niedrigen Nebengebäude und das barocke Wohnhaus erhalten. Das zweigeschossige Haupthaus mit 5:3 Achsen hat nach Süden einen Schopfwalmgiebel. Die noch 1984 beschriebene Fassadierung mit "üppigem Lorbeerzweig- und Blütendekor und Mittelkartusche" ist inzwischen leider abgeschlagen worden.
Von der ehemaligen Fabriksanlage sind die im Westen anschließenden niedrigen Nebengebäude und das barocke Wohnhaus erhalten. Das zweigeschossige Haupthaus mit 5:3 Achsen hat nach Süden einen Schopfwalmgiebel. Die noch 1984 beschriebene Fassadierung mit "üppigem Lorbeerzweig- und Blütendekor und Mittelkartusche" ist inzwischen leider abgeschlagen worden.
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Die Kreuzkapelle wurde lt. Inschrifttafel an der linken Innenseite am 6. September 1755 durch den kaiserl. königl. Feldzeugproviantoffizier und Obereinnehmer von Steyr Joseph Georg Globotschnigg neben seinem Wohnhaus geweiht. Die Inschrifttafel an der rechten Innenseite wurde die Kapell 1886 vom Ehepaar Jageritsch auf eigene Kosten, mit Bewilligung von Herrn und Frau Zebinger (Besitzer des Nachbarhauses) hierher versetzt. Im Inneren sind fast lebensgroße geschnitzte Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes (1830/40) und einer knienden Maria Magdalena aus dem 3. Viertel des 18. Jh.  
Die Kreuzkapelle wurde lt. Inschrifttafel an der linken Innenseite am 6. September 1755 durch den kaiserl. königl. Feldzeugproviantoffizier und Obereinnehmer von Steyr Joseph Georg Globotschnigg neben seinem Wohnhaus geweiht. Die Inschrifttafel an der rechten Innenseite wurde die Kapell 1886 vom Ehepaar Jageritsch auf eigene Kosten, mit Bewilligung von Herrn und Frau Zebinger (Besitzer des Nachbarhauses) hierher versetzt. Im Inneren sind fast lebensgroße geschnitzte Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes (1830/40) und einer knienden Maria Magdalena aus dem 3. Viertel des 18. Jh.  


(Nach: Bürgerbuch; Stöckl, Industrie 1953; ÖKT 1984; Laukhardt, 1809)  
(Nach: Bürgerbuch; Stöckl, Industrie 1953; ÖKT 1984; Laukhardt, 1809)
 
|Bildname1=Vinzenz-Muchitsch-Straße_10,_1984.JPG
''Kommentar: Dieses baukünstlerisch bemerkenswerte und für die Industriegeschichte der Stadt Graz bedeutsame Ensemble steht nicht unter Denkmalschutz und liegt auch in keiner Altstadt-Schutzzone. Es wäre anzuraten, den ganzen Komplex durch eine Unterschutzstellung der Nachwelt zu erhalten.''
|Bildbeschreibung1=Wohngebäude und Kreuzkapelle 1984
|Aufnahmejahr1=2011
|Bildname2=Vinzenz-Muchitsch-Straße_10_(2).JPG
|Bildbeschreibung2=Wohngebäude und Kreuzkapelle 2011
|Aufnahmejahr2=2011
|Bildname3=Vinzenz-Muchitsch-Straße_10,_Geschirrfabrik.JPG
|Bildbeschreibung3=ehem. Geschirrfabrik
|Aufnahmejahr3=2011
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|Bildbeschreibung4=Die Kreuzkapelle
|Aufnahmejahr4=2011
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[[Kategorie:denkmalwürdig]][[Kategorie:Schutz-Kataster Gries]][[Kategorie:schutzlos]]


[[[[Kategorie:Schutz-Kataster Gries]][[Kategorie: Vinzenz-Muchitsch-Straße]][[Kategorie:Adresse]][[Kategorie:aktuell]][[Kategorie:8020]]
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{{Discussion}}

Aktuelle Version vom 5. März 2024, 22:10 Uhr

Österreich » Steiermark » Graz » 8020



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47° 3' 15.41" N, 15° 25' 34.57" E


Ehem. Majolikafabrik und Kreuzkapelle

Hier, ehemals Triesterstraße 54, und auf Feldgasse 2 und 4 befand sich die zweite Grazer Steingutfabrik. Sie wurde als Majolikafabrik 1750 von Johann Georg Globotschnigg gegründet, 1792 ging sie an Joseph Url, 1798 an Antonia Probst. Der Bau in der Feldgasse 4 wurde 1803 - 1813 von Stephan Gottinger erbaut, er war 1809 einer der Retter der Schloßberg-Türme und Besitzer der Rösselmühle in der Oeverseegasse 1 sowie der Gottinger-Mühle in der Puchstraße 17. 1802 erhielt er die Befugnis für eine Glasur- und Steinmühle und erzeugte "Englisches Geschirr". 1826 – 1865 ist es die Steingutgeschirrfabrik des Jakob Reinholz und Vinzenz Dietrich. 1862 wird Georg Reinholz als Alleinbesitzer genannt (im Joanneum befinden sich aus seiner Werkstatt fünf Fayencen und ein Tintenzeug, siehe Abb. 675 in ÖKT 1984).

Von der ehemaligen Fabriksanlage sind die im Westen anschließenden niedrigen Nebengebäude und das barocke Wohnhaus erhalten. Das zweigeschossige Haupthaus mit 5:3 Achsen hat nach Süden einen Schopfwalmgiebel. Die noch 1984 beschriebene Fassadierung mit "üppigem Lorbeerzweig- und Blütendekor und Mittelkartusche" ist inzwischen leider abgeschlagen worden.

Die Kreuzkapelle wurde lt. Inschrifttafel an der linken Innenseite am 6. September 1755 durch den kaiserl. königl. Feldzeugproviantoffizier und Obereinnehmer von Steyr Joseph Georg Globotschnigg neben seinem Wohnhaus geweiht. Die Inschrifttafel an der rechten Innenseite wurde die Kapell 1886 vom Ehepaar Jageritsch auf eigene Kosten, mit Bewilligung von Herrn und Frau Zebinger (Besitzer des Nachbarhauses) hierher versetzt. Im Inneren sind fast lebensgroße geschnitzte Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes (1830/40) und einer knienden Maria Magdalena aus dem 3. Viertel des 18. Jh.

(Nach: Bürgerbuch; Stöckl, Industrie 1953; ÖKT 1984; Laukhardt, 1809)


Kommentare

Dieses baukünstlerisch bemerkenswerte und für die Industriegeschichte der Stadt Graz bedeutsame Ensemble steht nicht unter Denkmalschutz und liegt auch in keiner Altstadt-Schutzzone. Es wäre anzuraten, den ganzen Komplex durch eine Unterschutzstellung der Nachwelt zu erhalten. Laukhardt 23:42, 11. Sep. 2011 (CET)

Einzelnachweise