Goethestraße 21: Unterschied zwischen den Versionen
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|Textabschnitt=Viergeschossiges Eckwohn- und Geschäftshaus, 1867-68 nach Plänen von Arch. Prof. Horky von Stadtbaumeister Jakob Bullmann für den Professor für klassische Philologie der Universität Graz, Dr. Max von Karajan, zeitgleich mit dem Nachbarhaus Goethestraße 19 errichtet, mit durchgehender Fassadierung im Stil des frühen Historismus - gegliedert durch Kordon- und Sohlbankgesimse, die Fenster im 1. und 2. Obergeschoss mit stuckierten Parapet- und Sturzfeldern, im obersten, etwas niedrigeren Geschoss gerahmte Rundbogenfenster. Die Eckzone deutlich vor die Baulinie der Goethestraße vorspringend, die abgeschrägte Ecke mit Balkonen im 1. und 2. Obergeschoss. An der Heinrichstraße achtachsige Fassade mit Randrisaliten, mit jeweils einer Doppelfensterachse. Die Maueröffnungen der Erdgeschosszone mehrfach verändert. | |Textabschnitt=Viergeschossiges Eckwohn- und Geschäftshaus, 1867-68 nach Plänen von Arch. Prof. Horky von Stadtbaumeister Jakob Bullmann für den Professor für klassische Philologie der Universität Graz, Dr. Max von Karajan, zeitgleich mit dem Nachbarhaus Goethestraße 19 errichtet, mit durchgehender Fassadierung im Stil des frühen Historismus - gegliedert durch Kordon- und Sohlbankgesimse, die Fenster im 1. und 2. Obergeschoss mit stuckierten Parapet- und Sturzfeldern, im obersten, etwas niedrigeren Geschoss gerahmte Rundbogenfenster. Die Eckzone deutlich vor die Baulinie der Goethestraße vorspringend, die abgeschrägte Ecke mit Balkonen im 1. und 2. Obergeschoss. An der Heinrichstraße achtachsige Fassade mit Randrisaliten, mit jeweils einer Doppelfensterachse. Die Maueröffnungen der Erdgeschosszone mehrfach verändert. | ||
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Die Besonderheit dieser beiden Häuser liegt darin, dass hier erstmals in Graz Vorgärten vor mehrgeschossigen Mietshäusern errichtet wurden. Der Bauherr stellte den Antrag, mit der Häuserfront etwas zurückweichen zu dürfen, um mehr Licht zu gewinnen. Dafür hat er auch die Bauhöhe angehoben. So konnte die östliche Zeile der Goethestraße gegenüber der früher errichteten westlichen um mindestens ein Geschoss höher gebaut werden. | Die Besonderheit dieser beiden Häuser liegt darin, dass hier erstmals in Graz Vorgärten vor mehrgeschossigen Mietshäusern errichtet wurden. Der Bauherr stellte den Antrag, mit der Häuserfront etwas zurückweichen zu dürfen, um mehr Licht zu gewinnen. Dafür hat er auch die Bauhöhe angehoben. So konnte die östliche Zeile der Goethestraße gegenüber der früher errichteten westlichen um mindestens ein Geschoss höher gebaut werden. | ||
Wie es scheint, wurde Max von Karajan von der Vorgarten-Idee in seiner vorherigen Behausung in der Beethovenstraße begeistert, wo Carl Follius den ersten Grazer Vorgarten vor dem Gründerzeit-Palais [[Beethovenstraße 19]] schuf. | Wie es scheint, wurde Max von Karajan von der Vorgarten-Idee in seiner vorherigen Behausung in der Beethovenstraße begeistert, wo Carl Follius den ersten Grazer Vorgarten vor dem Gründerzeit-Palais [[Beethovenstraße 19]] schuf. Im Bauansuchen von 15.4.1867 wird die Andresse von Prof. Dr. Max von Karajan mit Beethovenstrasse No.702/13 angegeben, das ist die heutige Hausnummer [[Beethovenstraße 26]]. Und auch hier springt die Bauflucht zugunsten von Vorgärten zurück; die dortige Ecklösung könnte auch für die Goethestraße Vorbild gewesen sein. | ||
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|Bildbeschreibung1=(Foto AGIS - 2002) | |Bildbeschreibung1=(Foto AGIS - 2002) | ||
Version vom 29. März 2017, 20:59 Uhr
Österreich » Steiermark » Graz » 8010
Route:Vorgärten in Geidorf
47° 4' 43.80" N, 15° 26' 46.50" E
Gründerzeitliches Zinspalais mit Vorgarten
Viergeschossiges Eckwohn- und Geschäftshaus, 1867-68 nach Plänen von Arch. Prof. Horky von Stadtbaumeister Jakob Bullmann für den Professor für klassische Philologie der Universität Graz, Dr. Max von Karajan, zeitgleich mit dem Nachbarhaus Goethestraße 19 errichtet, mit durchgehender Fassadierung im Stil des frühen Historismus - gegliedert durch Kordon- und Sohlbankgesimse, die Fenster im 1. und 2. Obergeschoss mit stuckierten Parapet- und Sturzfeldern, im obersten, etwas niedrigeren Geschoss gerahmte Rundbogenfenster. Die Eckzone deutlich vor die Baulinie der Goethestraße vorspringend, die abgeschrägte Ecke mit Balkonen im 1. und 2. Obergeschoss. An der Heinrichstraße achtachsige Fassade mit Randrisaliten, mit jeweils einer Doppelfensterachse. Die Maueröffnungen der Erdgeschosszone mehrfach verändert.
(Nach ÖKT 2013)
Die Besonderheit dieser beiden Häuser liegt darin, dass hier erstmals in Graz Vorgärten vor mehrgeschossigen Mietshäusern errichtet wurden. Der Bauherr stellte den Antrag, mit der Häuserfront etwas zurückweichen zu dürfen, um mehr Licht zu gewinnen. Dafür hat er auch die Bauhöhe angehoben. So konnte die östliche Zeile der Goethestraße gegenüber der früher errichteten westlichen um mindestens ein Geschoss höher gebaut werden.
Wie es scheint, wurde Max von Karajan von der Vorgarten-Idee in seiner vorherigen Behausung in der Beethovenstraße begeistert, wo Carl Follius den ersten Grazer Vorgarten vor dem Gründerzeit-Palais Beethovenstraße 19 schuf. Im Bauansuchen von 15.4.1867 wird die Andresse von Prof. Dr. Max von Karajan mit Beethovenstrasse No.702/13 angegeben, das ist die heutige Hausnummer Beethovenstraße 26. Und auch hier springt die Bauflucht zugunsten von Vorgärten zurück; die dortige Ecklösung könnte auch für die Goethestraße Vorbild gewesen sein.