Göstinger Straße 183: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Baugeschichte

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==Villa Urleb==
==Villa Urleb==


Nördlich der Einmündung des Marktannerweges stehen zwei schöne Villen, erbaut an der Wende zum 20. Jh. Zum Unterschied von den nahe liegenden Villen in der Aspachgasse weisen sie eine ländlicheren Charakter auf, der durch Holzveranden unterstrichen wird.
Nördlich der Einmündung des Marktannerweges stehen zwei schöne Villen, im Unterschied von den nahe liegenden Villen in der Aspachgasse mit ländlicherem Charakter, der durch Holzveranden unterstrichen wird.


Am 26. Jänner 1899 sucht Franz Mahler, Hausbesitzer in der Augasse, beim Gemeindevorstand Göstung um Baubewilligung für  ein "hochebenerdigen" Wohnhauses an. Der mit eingereichte Plan ist von Stadt-Maurermeister Mathias Rubitschka gefertigt. Der Bauplan gibt im Wesentlichen den heutigen Baukörper wieder, wobei das dann in Rustika ausgeführte Basisgeschoß durch eine Nutzung angedeutet ist, jedoch sind die ausgeführten Dekorationen und Rahmungen bei den fünf Fenstern im Obergeschoß im Plan nicht zu sehen. Auch die Holzveranda entspricht nicht ganz dem Plan. Auffallend ist, dass der Plan in allen drei Geschossen je eine Küche und ein WC vorsieht.
Am 26. Jänner 1899 sucht Franz Mahler, Hausbesitzer in der Augasse, beim Gemeindevorstand Göstung um Baubewilligung für  ein "hochebenerdigen" Wohnhauses an. Der mit eingereichte Plan ist von Stadt-Maurermeister Mathias Rubitschka gefertigt. Der Bauplan gibt im Wesentlichen den heutigen Baukörper wieder, wobei das dann in Rustika ausgeführte Basisgeschoß durch eine Nutzung angedeutet ist, jedoch sind die ausgeführten Dekorationen und Rahmungen bei den fünf Fenstern der Obergeschosse im Plan nicht zu sehen. Die ursprünglich offen mit einem Parapett und Holzverzierungen geplante Veranda ist heute - mit Holz - geschlossen. Auffallend ist, dass der Plan in allen drei Geschossen je eine Küche und ein WC vorgesehen hat.


Lt. Mitteilung der jetzigen Besitzerin, Frau Frieda Urleb wurde jedoch das Haus Nr. 183 wurde 1897 vom Ehepaar Rother erbaut,  Brauereibesitzer aus Mureck. Es gibt eine alte Fotografie vom Haus mit den ersten Besitzern. Bis zur Eingemeindung von Gösting nach Graz 1938 hatte das Haus noch die Adresse Plabutscherstraße 4.
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Datei: Göstinger_Straße_183,_Bauplan_2.JPG| Bauplan Mathias Rubitschka 1899 (Stadtarchiv)
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Bekanntlich war die jetzige Annakirche vorher ein Brauhaus gewesen, mit eigenen Quellen vom Plabutsch (diese wurden im Zuge des Tunnelbaus versprengt).  Durch den Grund von Nr. 183 wurde auch eine Quelle gefaßt, die dann in einen Kanal in die Landesstraße eingemündet ist. Aus dieser Tatsache hatte das Haus auch den Beinamen "Quellenhof" getragen.
Bekanntlich war die jetzige Annakirche vorher ein Brauhaus gewesen, mit eigenen Quellen vom Plabutsch (diese wurden im Zuge des Tunnelbaus versprengt).  Durch den Grund von Nr. 183 wurde auch eine Quelle gefaßt, die dann in einen Kanal in die Landesstraße eingemündet ist. Aus dieser Tatsache hatte das Haus auch den Beinamen "Quellenhof" getragen.


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Datei: Göstinger_Straße_183,_Bauplan_2.JPG| Bauplan Mathias Rubitschka 1899 (Stadtarchiv)
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Lt. Mitteilung der jetzigen Besitzerin, Frau Frieda Urleb wurde jedoch das Haus Nr. 183 wurde 1897 vom Ehepaar Rother erbaut,  Brauereibesitzer aus Mureck. Es gibt eine alte Fotografie vom Haus mit den ersten Besitzern. Bis zur Eingemeindung von Gösting nach Graz 1938 hatte das Haus noch die Adresse Plabutscherstraße 4.
   
   
''Kommentar: Die schöne erhaltene Villa steht nicht unter Denkmalschutz und liegt auch in keiner Altstadt-Schutzzone. Ihrer Erhaltung sollte weiterhin größte Aufmerksamkeit zugewandt werden.''
''Kommentar: Die schöne erhaltene Villa steht nicht unter Denkmalschutz und liegt auch in keiner Altstadt-Schutzzone. Ihrer Erhaltung sollte weiterhin größte Aufmerksamkeit zugewandt werden.''


[[Kategorie:Schutz-Kataster Gösting]][[Kategorie:Göstinger Straße]][[Kategorie:Adresse]]
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Version vom 7. September 2011, 21:56 Uhr

47° 5' 44.35" N, 15° 23' 44.21" E

Villa Urleb

Nördlich der Einmündung des Marktannerweges stehen zwei schöne Villen, im Unterschied von den nahe liegenden Villen in der Aspachgasse mit ländlicherem Charakter, der durch Holzveranden unterstrichen wird.

Am 26. Jänner 1899 sucht Franz Mahler, Hausbesitzer in der Augasse, beim Gemeindevorstand Göstung um Baubewilligung für ein "hochebenerdigen" Wohnhauses an. Der mit eingereichte Plan ist von Stadt-Maurermeister Mathias Rubitschka gefertigt. Der Bauplan gibt im Wesentlichen den heutigen Baukörper wieder, wobei das dann in Rustika ausgeführte Basisgeschoß durch eine Nutzung angedeutet ist, jedoch sind die ausgeführten Dekorationen und Rahmungen bei den fünf Fenstern der Obergeschosse im Plan nicht zu sehen. Die ursprünglich offen mit einem Parapett und Holzverzierungen geplante Veranda ist heute - mit Holz - geschlossen. Auffallend ist, dass der Plan in allen drei Geschossen je eine Küche und ein WC vorgesehen hat.

Bekanntlich war die jetzige Annakirche vorher ein Brauhaus gewesen, mit eigenen Quellen vom Plabutsch (diese wurden im Zuge des Tunnelbaus versprengt). Durch den Grund von Nr. 183 wurde auch eine Quelle gefaßt, die dann in einen Kanal in die Landesstraße eingemündet ist. Aus dieser Tatsache hatte das Haus auch den Beinamen "Quellenhof" getragen.


Lt. Mitteilung der jetzigen Besitzerin, Frau Frieda Urleb wurde jedoch das Haus Nr. 183 wurde 1897 vom Ehepaar Rother erbaut, Brauereibesitzer aus Mureck. Es gibt eine alte Fotografie vom Haus mit den ersten Besitzern. Bis zur Eingemeindung von Gösting nach Graz 1938 hatte das Haus noch die Adresse Plabutscherstraße 4.

Kommentar: Die schöne erhaltene Villa steht nicht unter Denkmalschutz und liegt auch in keiner Altstadt-Schutzzone. Ihrer Erhaltung sollte weiterhin größte Aufmerksamkeit zugewandt werden.