Triester Straße 25: Unterschied zwischen den Versionen
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Das zweigeschossige, nahezu quadratische Herrenhaus mit jeweils drei bzw. vier Achsen und einem Walmdach mit Dachgiebelhäuschen, sowie einem an der Westseite vorspringenden Risaliten stammt aus dem Spätbarock. Über dem von Süden aus über einen Stiegenaufgang mit gemauertem Vordach und einfachem Schmiedeeisengitter zugänglichen Korbbogen-Steinportal zeigt der Keilstein die Inschrift: No. 266 und die Jahreszahl 1786. Die Fassade nur mehr Reste der ehemaligen Plattenstilfassade, vor den Fenstern befinden sich ebenfalls einfache Schmiedeeisengitter mit Ringen. Der Flur ist kreuzgratgewölbt, der Stiegenaufgang zeigt spätbarocke Schmiedeeisengitter, geteilt in ovale Felder mit Ringen und Voluten. Im Obergeschoß einfache Stuckplafonds mit geschwungenen Spiegelfeldern. | Das zweigeschossige, nahezu quadratische Herrenhaus mit jeweils drei bzw. vier Achsen und einem Walmdach mit Dachgiebelhäuschen, sowie einem an der Westseite vorspringenden Risaliten stammt aus dem Spätbarock. Über dem von Süden aus über einen Stiegenaufgang mit gemauertem Vordach und einfachem Schmiedeeisengitter zugänglichen Korbbogen-Steinportal zeigt der Keilstein die Inschrift: No. 266 und die Jahreszahl 1786. Die Fassade nur mehr Reste der ehemaligen Plattenstilfassade, vor den Fenstern befinden sich ebenfalls einfache Schmiedeeisengitter mit Ringen. Der Flur ist kreuzgratgewölbt, der Stiegenaufgang zeigt spätbarocke Schmiedeeisengitter, geteilt in ovale Felder mit Ringen und Voluten. Im Obergeschoß einfache Stuckplafonds mit geschwungenen Spiegelfeldern. | ||
Zeugt schon die baukünstlerische Beschreibung von der Bedeutung des Gebäudes, so tut ein Blick auf seine Geschichte noch das Ihrige dazu: | Zeugt schon die baukünstlerische Beschreibung von der Bedeutung des Gebäudes, so tut ein Blick auf seine Geschichte noch das Ihrige dazu: Um 1622 kaufte Kammerrat F. Zehetner vom Landesfürst das „Weiße Haus“, gelegen bei den zwei Porten (Toren) des Jagdschlosses Karlau, 1689 verkauften die Erben dem F. Frheiherrn von Stadl den Hof „mit dem alten und neuen Gebäude“, Turm und Meierhof. Vor 1701 war Graf Sidenitsch Besitzer, 1723 wurden die Gründe zerstückelt. Die Gült kaufte 1754 das Kloster Neuberg. 1786 erwarb die Freiin von Seenus das Gut mit zwei Untertanen zu dem von ihr schon 1782 erkauften "Seenußhof" (auch Denggenhof genannt) in der heutigen Vinzen-Muchitsch-Straße. Den Hof kaufte 1754 der Gastwirt M. Stainwider, 1770 F.M. Maffoi, die Witwe schenkte ihn 1776 mit dem über der Kommerzialstraße stehenden Turm (Eggenberg dienstbar) und dem Jägerhaus (Liebenau untertänig) dem Bäcker F. Seel. | ||
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Datei:Triester_Straße_25,_Stiege.JPG|Stiegenhaus (Foto Laukhardt 2011) | Datei:Triester_Straße_25,_Stiege.JPG|Stiegenhaus (Foto Laukhardt 2011) | ||
Version vom 23. August 2011, 21:22 Uhr
47° 3' 24.06" N, 15° 25' 47.64" E
"Weißes Haus"
Das zweigeschossige, nahezu quadratische Herrenhaus mit jeweils drei bzw. vier Achsen und einem Walmdach mit Dachgiebelhäuschen, sowie einem an der Westseite vorspringenden Risaliten stammt aus dem Spätbarock. Über dem von Süden aus über einen Stiegenaufgang mit gemauertem Vordach und einfachem Schmiedeeisengitter zugänglichen Korbbogen-Steinportal zeigt der Keilstein die Inschrift: No. 266 und die Jahreszahl 1786. Die Fassade nur mehr Reste der ehemaligen Plattenstilfassade, vor den Fenstern befinden sich ebenfalls einfache Schmiedeeisengitter mit Ringen. Der Flur ist kreuzgratgewölbt, der Stiegenaufgang zeigt spätbarocke Schmiedeeisengitter, geteilt in ovale Felder mit Ringen und Voluten. Im Obergeschoß einfache Stuckplafonds mit geschwungenen Spiegelfeldern. Zeugt schon die baukünstlerische Beschreibung von der Bedeutung des Gebäudes, so tut ein Blick auf seine Geschichte noch das Ihrige dazu: Um 1622 kaufte Kammerrat F. Zehetner vom Landesfürst das „Weiße Haus“, gelegen bei den zwei Porten (Toren) des Jagdschlosses Karlau, 1689 verkauften die Erben dem F. Frheiherrn von Stadl den Hof „mit dem alten und neuen Gebäude“, Turm und Meierhof. Vor 1701 war Graf Sidenitsch Besitzer, 1723 wurden die Gründe zerstückelt. Die Gült kaufte 1754 das Kloster Neuberg. 1786 erwarb die Freiin von Seenus das Gut mit zwei Untertanen zu dem von ihr schon 1782 erkauften "Seenußhof" (auch Denggenhof genannt) in der heutigen Vinzen-Muchitsch-Straße. Den Hof kaufte 1754 der Gastwirt M. Stainwider, 1770 F.M. Maffoi, die Witwe schenkte ihn 1776 mit dem über der Kommerzialstraße stehenden Turm (Eggenberg dienstbar) und dem Jägerhaus (Liebenau untertänig) dem Bäcker F. Seel.
Kommentar: Das kunsthistorisch bedeutende Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz und befindet sich in keiner Altstadt-Schutzzone. Es ist derzeit leider durch unmaßstäbliche Firmenschilder völlig unter seinem Wert präsentiert. Es wären dringend Maßnahmen zu ergreifen, um das wertvolle Haus in seinem Bestand der Nachwelt zu erhalten.